Wir stehen für Energieeffizienz in und um Wien

Energieeffizienz steigern und Transparenz erhöhen. 

Seit Anfang 2008 gibt es in Österreich und Europa den Energieausweis für Gebäude.

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Wer muss den Energieausweis vorlegen?

  • jede/r, der/die ein Gebäude neu-, zu- oder umbaut oder umfassend saniert
  • jede/r, der ein Gebäude oder einen Teil davon (z.B. eine Wohnung) verkauft, vermietet oder verpachtet – also der Verkäufer oder die Vermieterin
  • Eigentümer/innen von Gebäuden mit einer Größe von über 1.000 m² – für größere Menschenansammlungen

Der Energieausweis für Nicht-Wohngebäude enthält zusätzlich:

  • den Kühlbedarf des Gebäudes
  • den Energiebedarf für die haustechnischen Anlagen und zwar getrennt für Heizung, Kühlung, mechanische Belüftung sowie für die Beleuchtung des Gebäudes

Der Energieausweis für spezielle “Nicht-Wohngebäude“ (z.B. Industriehalle) hat zumindest die U-Werte der Bauteile zu umfassen.

Wie lange gilt ein Energieausweis?


Der Energieausweis gilt zehn Jahre ab dem Datum der Ausstellung. Nach bisher geltenden Rechtsvorschriften ausgestellte, alte Ausweise gelten bis höchsten zehn Jahre nach deren Ausstellung.

Brauchen alle Gebäude einen Energieausweis?

Ein Energieausweis wird für praktisch alle Gebäude-Kategorien benötigt, also für Wohngebäude und für Nicht-Wohngebäude (öffentliche Gebäude, gewerbliche Gebäude, Industriebauten etc.), es gibt nur wenige Ausnahmen (z.B. für Gebäude, die nicht beheizt werden oder für Gebäude mit höchstens 50 m²).

Gibt es neue Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden?

Unabhängig vom Energieausweis wurden neue bautechnische Anforderungen an die thermisch-energetische Qualität von Gebäuden festgelegt:

  • Anforderungen an Bauteile (maximale U-Werte für einzelne Bauteile)
  • Anforderungen an den Heizwärmebedarf und den Kühlbedarf
  • Anforderungen an den Heizenergiebedarf, also jenen Teil des Endenergieeinsatzes, der für die Heizungs- und Warmwasserversorgung aufzubringen ist
  • Benchmark-Werte für die Beleuchtung bei Nicht-Wohngebäuden
  • Anforderungen an Luft- und Winddichtheit zur Vermeidung der sommerlichen Überwärmung und von Wärmebrücken
  • ein Verbot von Elektroheizungen
  • den Vorrang für „alternative Energiesysteme“ bei Gebäuden über 1.000 m²

Ein Energieausweis pro Gebäude?

Der Energieausweis wird grundsätzlich für das gesamte Gebäude erstellt, kann aber auch für eine einzelne Wohnung oder ein Geschäftslokal innerhalb eines Gebäude erstellt werden. Sollte es in einem Gebäude mehrere Nutzungszonen (z.B. Wohnbereich und Geschäftsbereich) geben, sind für diese getrennte Ausweise zu erstellen.

Sind die Regeln für den Energieausweis österreichweit einheitlich?

Die Rechenvorschriften sind in Normen geregelt und somit in ganz Österreich gleich. Die Festlegung von Grenzwerten und Abläufen ist in den Landesgesetzen geregelt.

Wie sieht der Energieausweis aus?

Der Energieausweis besteht aus einer ersten Seite mit einer Effizienzskala, einer zweiten Seite mit detaillierten Energie- und Gebäudedaten und einem Anhang. Form und Inhalt sind genormt, der Energieausweis ist eine Urkunde mit den entsprechenden rechtlichen Auswirkungen.

1a. Mit dem spezifischen Heizwärmebedarf (HWB) wird der erforderliche Energiebedarf für die Raumwärme beschrieben.

1b.

Energieausweiß Skala

2. Der Energieausweis muss von einer qualifizierten und befugten Person erstellt werden.


3. Die Brutto-Grundfläche ist die Summe aller Geschossflächen inklusive der Wandstärken.

4. Die Kompaktheit (A/V) ist ein Wert, der von der Größe und Form des Gebäudes abhängt (Oberflächen-Volumsverhältnis) und den Grenzwert für den spezifischen Heizwärmebedarf (HWB) bestimmt.

5. Zur Berücksichtigung des Standortklimas wird Österreich in sieben Klimaregionen eingeteilt. NF bedeutet "Klimaregion Nord-Föhngebiet", außerdem gibt es in Oberösterreich noch die "Region Alpine Zentrallage" sowie "Region Nord".

6. Heiztage sind jene Tage, an denen die Außentemperatur am Gebäudestandort im Tagesdurchschnitt unter der vom Gebäude abhängigen Heiztemperatur liegt und geheizt werden muss. Mit den Heizgradtagen wird das Standortklima genauer beschrieben: Je höher die Zahl der Heizgradtage, desto kälter ist es.

7. Der spezifische Heizwärmebedarf (HWB) wird standortunabhängig, auf Basis eines angenommenen österreichweiten Durchschnittsklimas (Referenzklimas), berechnet.

8. Zudem wird der spezifische Heizwärmebedarf (HWB) unter Berücksichtigung des Klimas am Standort des Gebäudes ermittelt.

9. Der Grenzwert für den Heizwärmebedarf (HWB), der gemäß Baugesetz mindestens erfüllt werden muss.

10. Der Grenzwert für den Heizenergiebedarf (HEB), der gemäß Baugesetz mindestens erfüllt werden muss.

11. Der Warmwasserwärmebedarf (WWWB) bezeichnet den Energiebedarf für die Warmwasserbereitstellung.

12. Mit dem Heiztechnikenergiebedarf (HTEB) werden die Energieverluste berücksichtigt, die bei der Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Abgabe für die Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser auftreten.

13. Der Heizenergiebedarf (HEB) ist der Endenergiebedarf (EEB), der für die Heizungs- und Warmwasserversorgung aufzubringen ist.

14. Der Endenergiebedarf (EEB) ist jene Energiemenge, die dem Energiesystem des Gebäudes für Heizung und Warmwasser zugeführt werden muss.

Berechnungs- und Rechtsgrundlagen im Detail:

  • Bauordnung, Bautechnikgesetz, Bautechnikverordnung
  • Energieausweis-Vorlage-Gesetz (Bundesgesetz)
  • OIB-Richtlinie 6 und dazugehörige Normen
  • Europäische Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden